Bürgeraktion Bessungen-Ludwigshöhe

Pressespiegel 2011



„Bessunger Neue Nachrichten” vom 28. Oktober 2011
Neues BBL-Domizil offiziell eingeweiht

In einer kleinen Feierstunde wurde die neue Geschäftsstelle der Bürgeraktion Bessungen-Ludwigshöhe (BBL) am 14. Oktober offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Im Kreise der Mitglieder sowie der eingeladenen Nachbarn beendete man offiziell, was Ende April dieses Jahres begann: den Umzug von der Sandbergstraße 42 in die Ludwigshöhstraße 23. Nach der kurzen Begrüßungsrede des Bessunger Kerwevadders wurde das zünftige Buffet eröffnet – nach original italienischem Rezept von Gastwirt „Pino“ hergestellt und geliefert, nebst original „Darmstädter“ Getränken, hergestellt und geliefert von BBL-Mitglied und Brauereichef Wolfgang Koehler. Die ca. 120 qm große Räumlichkeit und das angrenzende Gärtchen dahinter wurden in vielen Arbeitsstunden von den BBL-Mitgliedern in Eigenhilfe restauriert und renoviert. Dafür gab es neben anerkennenden Dankesworten auch zwei Blumensträuße, garniert mit dazugehörigen Küsschen, für Margit Becker, die das Areal zur Verfügung stellte und für Ellen Uhrhan, die sich um die Sauberkeit und die Ordnung in der Geschäftsstelle kümmert.
Bilder von der Geschäftsstellen-Einweihung finden Sie in unserer Chronik.
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„Bessunger Neue Nachrichten“, Ausgabe vom 30. September 2011
Jedes Jahr Mitte September steht ein ganzer Stadtteil Kopf
Bessunger Kerb mit pädagogischem Auftrag

Der Auftakt
Was die Bessunger schon immer wussten, bestätigte sich dieses Jahr. In Bessungen ist Unmögliches möglich – und sei es Regen während der Kerb. Nach Jahrzehnten sonniger Festtage „war die Luft doch etwas feucht“, so Kerbevadder Ralf Hellriegel, als am 16. September die Kerb eröffnet wurde. Ob es daran lag, dass Pfarrer Manfred Raddatz in Pension gegangen war, der EAD auf der Knell und nicht mehr in Bessungen residiert oder dass Darmstadt keinen SPD-Oberbürgermeister mehr hat?

Freitag ist die traditionelle Kranzübergabe von den Freunden aus dem Watzeviertel mittels Kutsche von Willy Lotz angesagt, diesmal an der Brunnebitt und das „Belleville“ schenkte Bier zum Kerbsonderpreis aus. Mit einem kleinen Umzug – vorneweg der Dieter-Beßler-Spielmannszug – durch die Bessunger Straße und die Ludwigshöhstraße ging es zum Kerbplatz in „Darmstadts schönstem Garten“, der Orangerie.

„Wenn Bessunger Kerb ist in der Stadt, kein anderes Fest ’ne Chance hat“, sagte Kerbevadder Hellriegel zur Begrüßung der Durstigen. „Der Kerbekranz ist überbracht, der Lapping unten drangemacht“, erinnerte er daran, dass nun wieder ein echtes Hasenfell am Kranz hängt und kein Stoffhase mehr in luftiger Höhe schaukelt. Der Kerbevadder begrüßte die befreundeten Kerbvereine der Stadt, darunter auch die Kerbevadderlegende „Pezi“ aus dem Watzeviertel, der nach 30 Jahren sein Amt nun an Dirk Hahn übertragen hat, der in seiner Antrittsrede bei der Watzekerb konstatierte, dass es im Viertel eine Hochschule gäbe, in Bessungen aber nicht. Hellriegels Konter ließ natürlich nicht lange auf sich warten: „Stimmt, lieber Dirk. Aber während ihr lediglich an der Uni vorbeilauft, sitzen drinnen die Bessunger und studieren“.

Den Bieranstich übernahm der kürzlich aus dem Amt geschiedene ehemalige Schuldezernent und frischgebackene Stadtälteste Dierk Molter (FDP). Stefan Krüger, Präsident des Bessunger Karnevalvereins zeigte, dass Karneval neben Sprüchen und Tänzen auch Geschenke machen kann. Zum Kerbauftakt überreichte er fünf „Fastnacht hilft“-Spendenschecks an Bessunger Einrichtungen.

Nach dem Bieranstich traf man sich traditionell im Gemeindehaus der Petrusgemeinde zum Kerbauftakt – „ganz unter uns“. Im Saal war man ganz auf die Kerb eingestimmt, und Charly Landzettel und Kerwevadder Ralf Hellriegel konnten eine gut gelaunte Runde begrüßen. Für beste Unterhaltung sorgten im Anschluss Alleinunterhalter Jörg Emich, die KVB-Tanzgarde, die D.A.U.S., die Hip-Hop-Gruppe der TG Bessungen unter der Leitung von Eva Dreier, der „Circus Waldoni“ und viele andere mehr.

Zur gleichen Zeit tobte im Jagdhofkeller der berühmt-berüchtigte Bär: Bei der „Kerbwerk“-Disco sorgte DJ Thomas Geiger dafür, dass die Tanzbeine nicht still standen.

Kerbwanderung, Merck-Lauf, Kinderfest
Während sich am Samstag Hunderte von Läuferinnen und Läufern aus allen Altersgruppen auf den Stadtteillauf-Weg machten, verabschiedete Kerbevadder Ralf Hellriegel mitsamt seiner BBL-Abordnung die Spaziergänger, angeführt von Lina Geiger auf ihren Rundgang durch den Ort. Glück mit dem Wetter hatte auch Karen Kappel und ihr Team beim liebevoll arrangierten Kinderfest im westlichen Teil des Orangeriegartens.

Kerbeball
Unter dem Motto „Bessungen – noch nie so wertvoll wie heute“ haben Kerbevadder Ralf Hellriegel, Roland Hotz, Charly Landzettel und viele andere am Kerbsamstagabend ihr Publikum in der Comedy Hall bestens unterhalten. Hier ist an diesem Abend jeder Auftritt ein Höhepunkt!

„Man erlustigt sich nicht in Darmstadt – weder bei Tag noch bei Nacht“, liest „Ludwig der Soundsovielte“ alias Charly Landzettel aus einem tatsächlichen Artikel des Daily Telegraph aus dem 18. Jahrhundert vor. Doch schon sein Auftritt als Darmstädter Landgraf mit Roland Hotz als Hofnarr straft diese Worte Lügen. Denn auf dem Bessunger Kerbeball in der vollbesetzten Comedy Hall erlustigt sich das Publikum von der ersten Minute bis zur letzten: Es wird gelacht, gejohlt, gesungen und begeistert applaudiert.

Wenn Landzettel, Hotz und Hellriegel die Darmstädter Politik ins Visier nehmen, ist jeder Schuss ein Treffer. Besonders die Haushaltslage der Stadt – sonst ewig ein Grund zur Sorge – gibt immer wieder Anlass, einmal herzhaft zu lachen. Bereits beim Auftakt, als Charly mit Rokoko-Perücke auf dem Kopf erzählt, seine Familie habe schon Schulden gemacht, da hätte es die SPD noch gar nicht gegeben. Weil ihm langweilig ist, will er ein Bauwerk errichten. Eins, das „viel Geld kost’ unn nix wert is – e groß schepp Haus“, schlägt Hofnarr Hotz ihm vor.

Landgraf der Soundsovielte fällt fast vom Podest
Die Geschichte vom Mittelalter bis heute zieht sich durch den Abend. Doch in gutem Heiner-Platt klingt manches anders als bekannt und vieles wird improvisiert. So fällt Charly beim Wegschieben fast von seinem Landgrafen-Podest, weil das nicht geübt war, und Hotz läuft während der Vorstellung plötzlich zum Publikum und fragt: „Habt ihr eischentlisch aach schon emal gelacht an dem Disch?“.

Die Teilaufführung aus „Siegfrieds Nibelungenentzüdung“ kommt beim Publikum gut an. Viele kennen das Stück aus dem Kikeriki Theater bereits, aber die originellen Puppen haben immer wieder neue Sprüche drauf. „Hey Vadder, bleib’ mol logger. Was solle die Leid denke, von deene, die wo denke dun?“, ermahnt Teenager-Blechbüchsenpuppe Siegfried, bevor er auszieht, einen schwulen Drachen zu besiegen.

Blauäugige Grüne und ein abwesender OB
„Kirchweih-Paps“ Ralf Hellriegel kommt bei seiner Rede so richtig in Fahrt. Eine Stunde erzählt er mit Hand und Fuß und gereimt über Darmstadt und die Welt, reißt Witze und ist gut drauf. „Ist Grün so blauäugig gewesen, hat von den roten Zahlen nix gelesen?“, fragt er sich angesichts der früheren Position des frisch gewählten Oberbürgermeisters Jochen Partsch als Sozialdezernent. Dessen bisherige Abwesenheit findet Hellriegel allerdings ungeheuerlich: Neun Jahre sei er jetzt Kerbevadder, habe in dieser Zeit drei OBs erlebt, aber noch nie, dass sich einer auf der Eröffnung der Bessunger Kerb nicht habe blicken lassen. Und weiter geht’s politisch: Die neue schwarz-grüne Koalition beschreibt Hellriegel – frei nach Jürgen Markus – in einem Lied. „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben, nanananana, Jochen und Rafael sind jetzt das traute Paar; und jetzt sind in Darmstadt Grüne dran, keine Angst mehr vor dem schwarzen Mann, alles ist so wunderbar, dass man es kaum verstehen kann.“ Hellriegels Vorschlag, aus Darmstadt eine Olympiastadt zu machen, bescherten ihm wahre Lachsalven. „Im Böllenfalltorstadion Zweifels ohne, zunächst der Einmarsch der Natione, das olympische Feuer wird hier entfacht, im Staffellauf uff die Ludwigshöh’ gebracht … im Hochschulstadion am Marathontor, bereiten sich die Läufer uff de Marathon vor, eine teuflische Strecke schnurstracks, kerzegrad, Richtung Osten nach Roßdorf über den Kotlettpfad …“.

Von einem Burgfräulein und dem Wildhüter Darimund
Nach der Pause stimmen Aurora als ihre eigene Vorfahrin „Burkhild DeMeehl“ und der Heilige Hutzel alias Herr Schmidt am Klavier mit einem Keuschheitsgürtel-Song und kleinen, anmutigen „Choreobiografien“ weiter mittelalterlich ein. Um als Burgfräulein durchzugehen, hat sich Aurora sogar „ihre alte Schultüte auf den Kopf gesetzt“.

Weil die Bessunger Kerb einen pädagogischen Auftrag habe – „das ist ja das, was uns von allen Kerben unterscheidet“, so Hotz – dürfen Ex-Pfarrer Raddatz und Darmstädter Privatbrauerei-Chef Wolfgang Koehler als unwissentlich Freiwillige auf der Bühne bei einem Quiz ihr Wissen über die Geschichte der Stadt testen.

Dabei erfährt das eifrig mitratende Publikum tatsächlich allerhand Sinniges und Unsinniges: Dass der Name der Stadt vermutlich nicht von der Darmverschlingung eines Grafen stammt, sondern vielmehr von einem Wildhüter namens Darimund. Dass auf dem Woog einmal eine Seeschlacht stattgefunden hat und dass das Lied „Der Mond ist aufgegangen“ in Darmstadt gedichtet worden ist.

Ein allerliebster Charmeur aus Potsdam
Als neues Gesicht auf der Bessunger Bühne erobert schließlich der faltige und spärlich weiß-behaarte Pappkopf von Arnold Böswetter auf dem in einem Anzug versteckten, realen Kopf von Franz Rasch aus Potsdam das Publikum im Sturm. Denn seine leicht zerstreute Art – „Was wollt’ ich jetzt und wo wollt’ ich eigentlich hin?“ – mit der er immer wieder den Samtvorhang in der Comedy Hall bewundert – „Hier kann man sich was leisten!“ – kommt bei Alt und Jung gleichermaßen an. Dabei ist Böswetter ein Charmeur der alten Schule, der CDs per Fax verschickt und seinen knochigen Hintern bei Interkontinentalübungen auf seinem homöopathischen Stuhl in die Höhe streckt. Selbst Hotz fehlen bei einem so grandiosen Auftritt fast die Worte. Hier habe er seinen Meister gefunden, sagt er schließlich selbst.

Und zum Abschluss? Natürlich wie jedes Jahr Charly Landzettel, Ralf Hellriegel, Dieter Matthes, Christoph Wackerbarth sowie Theo Wenz als „DCC Singers”. Sie musizieren diesmal als Troubadoure verkleidet: „Es grünt so grün, wenn wir durch Darmstadt ziehen …“.

Ein gutes Wort gibt es noch mit auf den Weg und zwar für den neuen Bessunger Pfarrer Stefan Hucke. Weil das im ersten Jahr mit dem Wetter noch nicht so gut geklappt habe, solle er sich doch mal mit Herrn Raddatz zusammensetzen, schlägt Hotz ihm vor. Denn der Manfred habe das über dreißig Jahre hingekriegt!

Kerbumzug
Wenn Karotten an LKWs hängen und erwachsene Männer im Hasenkostüm durch Bessungen marschieren, die Straßen mit Ballons geschmückt sind und die Bessunger ihren Sonntagskaffee auf der Gass’ trinken, steht der Festzug zur Kerb kurz bevor. Pünktlich, bevor sich der bunte Lindwurm duch die Straßen schlängelte, lugte die Sonne aus den Wolken hervor und blieb. Der Musikzug Darmstadt machte den Anfang, gefolgt von der Kutsche des Kerbevadders und seinen Adjutanten Dennis Oldag und Carolin Happel. OB Jochen Partsch kam einher mit der BBL-Delegation und das Kikeriki Theater ließ überdimensionale Puppen tanzen.

Seifenblasen in fast allen Größen gibt es beim Wagen von „Till Eulenspiegel“. „Wir sind das erste Mal dabei“, sagen Heike und Jürgen Bauer, die kürzlich mit ihrem Spielwarengeschäft aus dem Luisencenter in die Karlstraße zogen. „Irgendwie gehört man ja jetzt dazu“, finden die Neu-Bessunger. Auch mit dabei sind die Kirchengemeinden Bessungens und ihre Kindergärten, sowie Kitas freier Träger, wie die Bessunger Kinderwerkstatt.

Die auswärtigsten Teilnehmer am Kerbumzug kommen aus Niedersachsen mit einer Abordnung der „Karnevalsgesellschaft Rheintreue Rot-Weiß Göttingen“. Eingeladen wurden sie von ihren Narrenfreunden aus Bessungen, dem Karnevalverein KVB. Der „Erste Bergsträßer Spielmanns- und Fanfarenzug“ war aus Bensheim nach Bessungen – sozusagen an den Beginn der Bergstraße – gekommen. Die Majoretten der Turngemeinde 08 aus Ober-Roden ließen ihre Stäbe blitzen, der Musikzug Heppenheim blies den Bessungern den Marsch, ebenso die Freiwillige Feuerwehr Seeheim.

Auch die politischen Parteien liefen mit. CDU, FDP und SPD repräsentierten sich in ihren Farben, die Grünen verteilten Äpfel statt Bonbons und die Uwiga spielte Stadtregierung, indem sie Geld – in Form von Schokomünzen und -scheinen – im Volk verteilte. Der Zug endete am Bessunger Leuchtturm, wo die Polizei die Zugteilnehmer gleich sortierte, damit kein Stau entsteht. Mittendrin im Zug und dann doch am Schluss waren „Die Nodequetscher“ aus Mainz. Die 2005 gegründete „Meenzer Guggemusik“, die aus insgesamt 50 Musikern besteht und in Bessungen in kleiner Besetzung aufmarschiert war, spielte am Ende des Umzugs noch einmal am Leuchtturm auf und schaffte so einen runden Abschluss.

„Alles lief reibungslos und zu meiner Zufriedenheit“, freute sich BBL-Zugmarschall Horst Uhrhan.

Frühschoppen und Beerdigung
„So e geil Feierwerk gibt’s nur in Bessunge“, frohlocken die Menschen. Jedes Jahr läutet dieses Spektakel am Nachthimmel das Ende der Bessunger Kerb ein und zieht noch einmal Hunderte von Schaulustigen in den Orangeriegarten.

„Wenn ich montags zum Frühschoppen meine Kerbrede nochmals wiederholt habe, ist der ,protokollarische‘ Abschnitt der Kerb für mich erledigt. Dann kann ich mich völlig entspannt der ,Pilswanderung‘ widmen und das gelungene Fest ausklingen lassen. Beim Feuerwerk dann spüre ich einerseits Wehmut, bin andererseits aber auch froh, alles hinter mich gebracht zu haben“, sinniert Ralf Hellriegel auf Nachfragen. „Dann freue ich mich schon auf das Heringsessen am nächsten Tag und verschwende bereits den einen oder anderen Gedanken an die kommende Bessunger Kerb“. (mow/dos/rh)
Bilder vom der Bessunger Kerb 2011 finden Sie in unserer Chronik.
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„Darmstädter Echo“, Ausgabe vom 19. September 2011
Bessunger Kerb: In der Comedy Hall schlagen die Wogen der Witzeleien hoch – Spaß am Ramalamadingdong-Ohrwurm
Ein Liebeslied für den abwesenden OB

Weißbestrumpft gibt sich Landgraf „der Soundsovielte“ die Ehre. Alles, was Beine hat, ist gekommen, um in der „Hall“ den silbergelockten Herrn in elfenbeinfarbener Robe zu erleben. Das Volk lechzt nach den fein gewählten Worten, denn im politischen Zentrum des ältesten Stadtteils wird Kirchweih gefeiert: Bessungen.

Der Samstagabend ist ein Fest der Sinne: Prunkvoll mit Brokat, Samt und Baldachin werden die Menschen auf etwas Großartiges eingestimmt. Doch was sagt der schöne Mann? „Mir ist langweilig“ und „als Landgraf hat man’s schwer.“ Als direkter Nachfolge, er hört nun auf den Namen Landzettel, habe er nichts als „einen Arsch voll Schulden“ geerbt. Jetzt wolle er das Blatt wenden, „wieder etwas bauen“.

Das gefällt den Leuten, die Hofnarren willkommen heißen, der dem Soundsovielten in Till-Eulenspiegel-Manier rasch auf die Sprünge hilft. „Ja, was bauen“, wiederholt dieser, sinniert: „so was Großes, Scheppes, was nix wert is.“ Alles lacht. Da könne man wenigsten vom Dach aus „ein schönes Feuerwerk“ entzünden. Die Hall bebt.

Im vollbesetzten Kerbesaal sind die Bessunger voll und ganz auf Frohsinn eingestellt, der mit ordentlichen Extraportionen befriedigt wird. Das Bier fließt, dank des Lakaien Kai, die Witze reißen nicht ab. Mit lautem Getöse des Musikvereins Wixhausen zieht schließlich der erwartete Kirchweihpapst samt Gefolge ein. Gleich kriegt der neue Oberbürgermeister sein Fett weg, der es tatsächlich wagte, diesem wichtigen Treiben in der Residenzstadt fernzubleiben. „Im neunte Jahr als Kerbevadder ist mir das noch nicht passiert“, motzt Ralf Hellriegel.

Zum Hit „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ besingt er das „traute Paar Jochen und Rafael“ und in Telegrammstil kriegt Ex-OB Hoffmann noch schnell die Hucke voll. Das Gemisch aus dahingeworfenen Anekdoten und Witzen, Zuprosten und Ohrwürmern kommt den Feiernden zupass. Und die Idee einer Olympiastadt mit Ruderern auf dem reißenden Darmbach reißt die Leute von den Sitzen.

Nur die irrwitzigen Passagen aus Siegfrieds Nibelungen-Entzündungen des unschlagbaren Roland Hotz und seinen Mannen kann dies toppen. Genauso wenig wie Detlef Kühner darf Aurora DeMeehl fehlen. Im Handumdrehen hat sie das Publikum bezirzt, besingt zu seiner Freude den Äppelwoi und das „Ramalamadingdong“. Musikalisch von Jo Schmidt begleitet, bringt sie alles zum Kreischen. Beim Quiz, bei dem Pfarrer Manfred Raddatz gegen Bierbrauer Wolfgang Köhler antritt, gibt’s auch Verunsicherung: Seeschlachten auf dem Woog im Jahre 1660, der Wildhüter Darimund, dem die Stadt ihren Namen verdankt sowie ein Trinkverbot von Kaffee – Wahrheit oder Lüge? (max)
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„Darmstädter Echo“, Ausgabe vom 18. September 2011
Bessunger Kerb: Der Kerbeumzug wandert am Sonntagnachmittag als unterhaltsamer Lindwurm durch den Stadtteil
Bonbons bis hoch zum ersten Stock

Kinder spielen Wasserball, Bäcker verkaufen Torten auf offener Straße, Tuba und Saxophon liegen im Grünstreifen. Wo es so etwas gibt? Im Herzen von Bessungen, wo sich Sonntagmittag rund um den Donnersbergring alles zum farbenfrohen Kerbeumzug trifft.

Die Menge wartet geduldig. Doch dann bläst und trompetet es: Endlich setzt sich der Zug in Gang und die Leute swingen. Angeführt wird der Lindwurm vom Musikzug Darmstadt, dessen Mitglieder so blau daherkommen wie die Polizei.

Kerbevadder Ralf Hellriegel und seine Adjutanten sitzen gemütlich in einer grünen Kutsche und lassen sich von zwei Pferden durch die Gassen ziehen. Es klackert, rasselt und pfeift von vorne wie von hinten. Oberbürgermeister Jochen Partsch, der von Iris Behr und Charly Landzettel flankiert wird, salutiert im Rhythmus des Takts der Meenzer Guggemusik.

Skurril sind die Riesenvergrößerungen von Schwein Erwin und der Hinterhofratte, die sich fantasievoll mit dem lustigen Kikeriki-Völkchen von den anderen Teilnehmern abheben. An diesen Individualisten kann sich in der kurzen Zeit keiner richtig satt sehen.

Radschlagende Kinder der Turngemeinschaft Bessungen folgen, und bis in die Wohnung von Gustav Petermann im ersten Stock an der Weinbergstraße werden Bonbons geworfen. Die Kleinen füllen fleißig ihre Tüten. Dann rollen Ludwigsturm und ein bienenartiges Gefährt vorbei, und Schlamps Motto heißt: „Ein Fass voll Wein soll stets unser sein.“

Wie die lustigen Seifenblasen tanzen auch die vielen Kinder, vor allem, wenn Popcorntütchen durch die Luft fliegen. „Schau mal die schönen Weltkugelballons“, ruft ein Mädchen. Dann spielt lautstark der Musikzug FF Seeheim auf und die Kerbeleute der Umgebung haben ihren großen Auftritt in Bessungen.

Bessungen auf den Beinen: Der Kerbeumzug, hier mit Kindergartenkindern, im Donnersbergring.
„Kommet her zu mir“ lautet die Einladung der Petrusgemeinde, die eine Nachbildung ihrer Altars mitgebracht hat. In starker Besetzung kommen die Liebfrauen mit Pfadfindern, Kindertagesstättenkindern und Musikern daher und der erste Bergsträßer Fanfarenzug aus Bensheim mit ambitionierten Trommlern.

„Super“, freut sich ein Mann über den Spontanauftritt der gut gelaunten Einradfahrer. Woanders heißt es: „Die gehen auf Napoleon zurück.“ Gemeint sind die mit Orden besetzten Bessunger Schwolleschehs.
Über ein „magisches Rasenpflaster“ freut sich eine Frau, und ein Mann fasst zusammen: „Hier ist es immer besonders schön.“ (max)
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„Bessunger Neue Nachrichten“, Ausgabe vom 19. August 2011
Punkt sieben Minuten nach 11 Uhr kam die Sonne

BESSUNGEN (rh). Kaum jemand, der frühmorgens aus dem Fenster schaute, hätte geglaubt, dass sich an diesem Sonntag der Himmel noch öffnen sollte. Die ganze Nacht über Dauerregen, gepaart mit kühlen herbstlichen Auguststürmen und dicken Cumuluswolken waren die äußeren Anzeichen dieses morgendlichen 7. August. Einzige optimistische Ausnahme: die Rothemden der BBL, der Bürgeraktion Bessungen-Ludwigshöhe. Hatten sie an diesem Tag doch auf den Hausberg zum Sommerfest eingeladen. Und die Optimisten sollten recht behalten. Punkt 11.07 Uhr blinzelte die Sonne freundlich und warm durch die Wolkendecke und übernahm von Stund an die Alleinherrschaft über das Firmament.

„Die Bessunger haben eben einen guten Draht nach ganz oben“, freute sich nicht nur Klaus-Dieter Schmidt, stellvertretender BBL-Vorsitzender. Und während die Damen der BBL um Ellen Uhrhan die knapp 50 Kuchen – allesamt selbstgebacken und gespendet – unter den Arkaden des Ludwigsturms aufbauten und die vom DRK Eberstadt zur Verfügung gestellte Kaffeethermophore in Betrieb nahmen, füllte sich die Ludwigshöhe zusehends. Aus allen Himmelsrichtungen kamen sie herauf, aus der Heimstättensiedlung, von Eberstadt, aus Mühltal und Bessungen. Georg Angrick führte 22 Sommerfrischler von der Musikakademie aus durch verschlungene Waldpfade hinauf zum Ausflugsziel. Wer nicht ganz so gut zu Fuß war, den oder die brachte Peter Dinkel in standesgemäßer Uniform kurzerhand mit seinem „Heiner-Liner“ auf die 1.000 Fuß über dem Meer. Eine spontane Heinz-Erhardt-Parodie bringt Komödiant Dinkel ebensolchen spontanen Applaus.

Die zahlreichen Bänke und Tische sind schnell belagert und wer einen Platz auf der Terrasse einnahm, wurde mit einem Pamoramablick belohnt, der seinesgleichen sucht. Ob die Skyline von Frankfurt, der Flughafen mit den startenden und landenden Flugzeugen, die Städte Wiesbaden, Griesheim, und natürlich Darmstadt lagen gestochen scharf und zum Greifen nah. Wer noch höher hinaus wollte, der kletterte die 103 Stufen hoch auf den 28 Meter hohen Ludwigsturm und genoss die Rundumsicht über Eberstadt, hinüber nach Ludwigshafen und Mannheim bis hin zum zum Donnersberg. Beim Abstieg lud eine Sektbar auf der unteren Plattform des Turms zum gut gelaunten Plausch ein.

Belagert wurde auch der Abenteuerspielplatz im Wäldchen gegenüber der Ludwigsklause, und zwar von den Kleinen, Kleinsten und Mittleren. Beim Schatzsuchen mit Helga Nos hatten die Kids ebenso viel Spaß wie beim Balancieren, Turnen und Kunststückchenmachen im Zirkus „Hallöchen“. Am Nachmittag gesellten sich ein äußerst gut gelaunter Ex-Oberbürgermeister Walter Hoffmann mit Gattin Gabi dazu, mitsamt weiterer zweier selbst gebackener Kuchen. „Hier sind viele Menschen, die wir mögen, daher kommern wir auch immer wieder gerne rauf“, sagen beide übereinstimmend. Gegen 16 Uhr war die Kuchentheke geplündert und die Kaffeekannen geleert. Dennoch verweilten die Menschen an diesem schönen Sommertag und blieben bei einem Glas Gies-Wein oder einem gekühlten Darmstädter Pils, bis die letzten Sonnenstrahlen am Horizont verblassten. ”Für den einen oder anderen Sonnenbrand können wir zwar nichts“, zog Landzettel abends Bilanz, „aber wir danken den äußeren Umständen, den Hunderten von Leuten, die heute hier waren und den über 20 Helferinnen und Helfern der BBL sowie den D.A.U.S, ohne die auch bei noch so schönem Sommerwetter noch lange kein Fest zustande käme“.
Bilder vom Sommerfest auf der Ludwigshöhe finden Sie in unserer Chronik.
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„Darmstädter Echo“, Ausgabe vom 8. August 2011
Sommerfest: Die Bürgeraktion Bessungen-Ludwigshöhe feiert ihren Hausberg – Ex-OB lobt die Ehrenamtlichen
Kannickel-Briggelbrie oder Bratwurst?

Die Sonne bricht durch die Wolkendecke und taucht den Aussichtsturm der Ludwigshöhe in stimmungsvolles Licht. Es duftet nach Kaffee und Bratwurst. Kinder balancieren Teller auf Stäben, während ihre Eltern die Aussicht von der Terrasse des Bessunger Hausbergs genießen. Die Russische Kapelle, der Lange Ludwig, ja sogar die Bankhäuser Frankfurts sind deutlich zu erkennen.

Charly Landzettel, buschige Augenbrauen, randlose Brille, agiert seit nunmehr 20 Jahren als Vorstandsvorsitzender der „Bürgeraktion Bessungen/Ludwigshöhe“ (BBL), die jedes Jahr das Sommerfest organisiert. Auf seinem roten T-Shirt, das jeder der Organisatoren trägt, ist ein Teil Bessungens und der Aussichtsturm aufgezeichnet. „Alles, was wir hier tun, ist für die Allgemeinheit“, sagt Landzettel. "Es ist ein Familienfest und die Leute fühlen sich hier wohl.“

Leider, so beklagt er, würden hier immer wieder private Feiern veranstaltet, und die Vereinsmitglieder müssten den Müll aufsammeln und saubermachen. „Wir verbringen hier tausende Arbeitsstunden, die Ludwigshöhe ist, neben der Bessunger Kerb, unser primäres Arbeitsfeld“, sagt Landzettel.

Der Verein finanziert sich größtenteils aus Spenden und Mitgliederbeiträgen. Der Kuchen, der am Turm zu haben ist, wurde von einigen Frauen der knapp 300 Mitglieder eigens gebacken. „Mit dem über die Jahre eingenommen Geld haben wir zum Beispiel den Spielplatz gebaut und die Terrasse saniert“, erzählt Landzettel, „und es gibt noch viel zu tun.“
Hinauf auf den Aussichtsturm. Vor dem Eingang bittet ein freundlich grinsender Plastikhase um eine Spende. Ein Stockwerk höher kann der Gast „Kannickel-Briggelbrie“ trinken, was freilich kein Saft ist, der nach Stallhasen schmeckt, sondern Sekt. 130 Stufen geht es nach oben.

Der siebenjährige Justin blickt unterdessen durch das Fernrohr und nimmt Darmstadt mal aus einer anderen Perspektive unter die Lupe. Er kneift sein linkes Auge zu. "Das Fest ist toll“, sagt er, „und vom Turm hier hat man ’ne voll schöne Aussicht.“

Wieder nach unten auf den Waldspielplatz, dort sitzen Nina (9) und Hannah (7). Sie sind schon seit mehreren Stunden auf dem Fest und ihnen ist noch immer nicht langweilig. „Warum auch? Hier kann man spielen und in den Wald gehen“, sagen sie, und nicken eifrig. Was sie bis jetzt alles gemacht haben? „Jungs geärgert, das ist unsere Spezialität.“

Auf die Frage, ob sie sich auf die Schule freuen, entgleitet Nina der Satz: „Na ja, geht so.“ Schule sei eigentlich ganz cool, aber die Jungs seien einfach „ein bisschen blöd“.

Am Nachmittag besucht der ehemalige Oberbürgermeister Walter Hoffmann das Sommerfest der BBL. Er holt sich ein Stück Beerentorte, die er und seine Frau selbst gebacken und mitgebracht haben. „Ich genieße es immer, hier oben zu sein“, sagt er, als er auf der Terrasse steht und seinen Blick über Darmstadt schweifen lässt. „Deswegen habe ich auch in meiner Zeit den BBL so gut es eben ging unterstützt.“ Es sei vorbildlich, was der Verein jedes Jahr alles organisiere. „Da kann die Politik nur froh sein, dass sie solche Leute hat.“

Charly Landzettel, Vorsitzender des Vereins, ist unterdessen zufrieden mit dem Verlauf des Festes. „Und der Kuchen geht auch noch weg, da bin ich optimistisch.“ (deus)
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„Darmstädter Echo“, Ausgabe vom 20. Juni 2011
Bessungen: Das 32. Brunnebittfest hat für Flohmarktliebhaber einiges zu bieten
„Klein und schnuckelig“

Werden rund um die „Brunnebitt“ Stände mit Trödel aufgestellt, dann strömen Jung und Alt nach Bessungen zum Brunnebittfest. Am Samstagmittag sind, trotz eher unbeständigen Wetters, die Tische der Standbetreiber gut gefüllt: Kleider für Kinder und Erwachsene, Spielsachen aller Art, alte Bücher, Geschirr, Schallplatten und CDs zählen zum Angebot. An 170 Ständen können die Besucher herumstöbern.

Auf der Suche nach Schnäppchen kommt es auch auf Schnelligkeit an: „Sekündlich könnte das Tollste über den Tisch gehen“, sagt André Liegl. Für den Grafik-Designer zählt der Bessunger Flohmarkt zu den schönsten der Stadt: "Er ist klein und schnuckelig.“ Der Sechsunddreißigjährige ist Flohmarktliebhaber. Er hat auch schon Märkte in Paris, Amsterdam und London besucht. In Bessungen sucht er nach alten Büchern und skurrilen Deko-Objekten. Auf der Schnäppchenjagd erfolgreich war die einundzwanzigjährige Oksana Rainckuk. Die Studentin hat eine Teekanne und ein Puzzle gekauft. Um Kunden anzulocken, lassen sich die Standbetreiber einiges einfallen: „Das rosa Tischtuch zieht die Leute an“, verrät Daniela Malakian. Die Darmstädterin hat jede Menge Hausrat im Angebot. „Total gut geht Schmuck aus den siebziger Jahren“, sagt sie. Weniger zufrieden mit ihren Verkäufen ist Uli Trojan, die ihren Stand in der Bessunger Straße aufgestellt hat: „Es läuft heute eher schleppend“, sagt sie. Samstags würden die Leute lieber einkaufen oder spazieren gehen. Am Freitag, dem Eröffnungstag, sei wesentlich mehr los gewesen. „Die Standbesitzer sind mit dem Umsatz am Freitag sehr zufrieden, obwohl am Abend Regen eingesetzt hat“, sagt der Veranstalter und Geschäftsführer der Bürgeraktion Bessungen Ludwigshöhe, Siegbert Schreiner.

Wer vom Stöbern, Schlendern und Feilschen eine Pause brauchte, der konnte sich auf den Bänken am Forstmeisterplatz ausruhen und sich an den Essenständen stärken. Fünf Bessunger Vereine sorgten für das leibliche Wohl der Besucher und boten neben Kaffee und Kuchen auch Bratwürste und Fischbrötchen an. (ella)
Bilder vom 32. Brunnebittfest finden Sie in unserer Chronik.
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„Bessunger Neue Nachrichten”, Ausgabe vom 10. Juni 2011
Die Bürgeraktion hat ein neues Domizil

GESCHAFFT. Nach zahllosen Arbeitsstunden hat die BBL ihre neue Geschäftsstelle bezogen. Seit dem 1. Juni ist die im Quartier rührige Bürgeraktion Bessungen-Ludwigshöhe offiziell in der Ludwigshöhstraße 23 „Dehaam“, wie es das Schild über dem rot gestrichenen Rahmen der Eingangstür deutlich macht. In der Sandbergstraße 42, dem einstigen Wohn- und Geschäftshaus des Bessunger Originals Heiner Aßmuth (1907 – 1995), hatte die BBL 12 Jahre lang ihren Sitz. Eigenbedarfansprüche der Familie machte den Umzug leider notwendig. „Awwer mir sinn hier gut unner“, verrät Charly Landzettel den BENN. „In ruhiger Lage in Bessungen, hellen Räumlichkeiten, in denen auch kleine Veranstaltungen stattfinden können, und ein beschauliches Gärtchen zum Verweilen davor – was wollen wir mehr“, so der BBL-Chef weiter. Nach getaner Arbeit und abgeschlossenem Umzug versammelten sich die „Schaffer“ am 27. Mai gut gelaunt zum Gruppenbild. Bilder vom Umzug in die neue Geschäftsstelle sind in unserer Galerie zu finden.
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„Bessunger Neue Nachrichten“, Ausgabe vom 13. Mai 2011
BBL unterwegs –
auf dem Hausberg und auf den Gleisen

BESSUNGEN (rh). Alle Jahre wieder, wenn die Bäume in saftigem Grün stehen, es nach Flieder duftet und die Sonne dazu scheint, treibt es die Menschen aus ihren Häusern hinein in die Naherholungsgebiete. Gerade Darmstadt und seine Umgebung hat hier bekanntlich vieles zu bieten.

Ganz hoch im Kurs – nicht nur der tausend Fuß über dem Meeresspiegel wegen – steht die Ludwigshöhe. Hier, wo man von der neu gestalteten Terrasse den allerschönsten Blick in Darmstadt auf Darmstadt hat, begrüßte die BBL am 1. Mai wieder Heerscharen von gut gelaunten Frischluftfanatikern zu „Weck, Worscht und Woi“ sowie Live-Blasmusik. Aber auch die Kids hatten ihren Spaß beim Kinderfest, organisiert von Helga Nos und ihren Helfern.

Ebenfalls spaßig war die Fahrt acht Tage später mit dem „Datterich-Express“, bei der die BBL ihren Dank und ihre Glückwünsche an das Team des Kikeriki Theaters zu dessen 30-jährigem Bestehen überbrachte. Den Kikeriki-Frontmännern, Ex-Kerwevadder Roland Hotz und seinem Sohn Felix, beides Vorstandsmitglieder der BBL, wurde darüber hinaus auch für ihre große Unterstützung bei der Bessunger Kerb und anderen BBL-Veranstaltungen gedankt. Und so schaukelte die knapp 50-köpfige Truppe auf dem Schienennetz der Heag entlang bis zur Schlusseinkehr in einem Bessunger Biergarten.
Bilder von der Fahrt mit dem „Datterich-Express“ finden Sie in unserer Chronik.
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„Bessunger Neue Nachrichten“, Ausgabe vom 29. April 2011
BBL: Aktivitäten und Vorstand unverändert

Kurz und knapp, so wie es bei Jahreshauptversammlungen der Bürgeraktion Bessungen-Ludwigshöhe immer zugeht, war sie auch dieses Mal. Gut eine Stunde, nachdem Vorsitzender Charly Landzettel die 47 Vereinsmitglieder im Jahnsaal der Comedy Hall begrüßte, gingen sie bereits zum gemütlichen Teil über. Es gibt hier halt wenig Probleme, alle verstehen sich und ziehen an dem berühmten gemeinsamen Strang. „Es war ein ereignisreiches Jahr für die BBL“, resümierte der Vorsitzende und lobte alle Beteiligten für ihren Einsatz auf der Ludwigshöhe, beim Brunnebittfest, der Bessunger Kerb, der Seniorenfastnacht, der Waldweihnacht, den geführten Wanderungen, und vielem anderen mehr. Besonders stolz ist man hier auf das Schmuckstück Ludwigshöhe, wo unzählige Arbeitsstunden geleistet werden. Landzettel hob die Bank- und Tischspendenaktion hervor. 40 neue Sitzgelegenheiten sind hier rund um die neu renovierte Terrasse bisher entstanden.

Den Wünschen von Gustav Petermann, Charly Landzettel doch bitte hauptamtlich in die BBL aufzunehmen, oder für weitere 10 Jahre wieder zu wählen, konnte leider nicht entsprochen werden. Aber ganz im Ernst: Es sei schon erstaunlich, meinte das mit 94 Jahren älteste Vereinsmitglied Petermann, welchen hervorragenden Ruf die BBL über die Grenzen der Stadt habe – anerkennender Applaus.

Nachdem Heinrich Berthold sein nüchternes Zahlenwerk witzig-launisch verlesen hatte und die Kassenprüferinnen Hannelore Werner sowie Sylvia Schöneberg ihm eine tadellose Rechnerarbeit attestierten, wurde der Vorstand einstimmig entlastet, um gleich darauf ebenso einstimmig wieder gewählt zu werden (siehe Rubrik „Wir über uns“).

Landzettel wünschte sich zum Abschluss der Versammlung, doch bis zum Jahresende die BBL-Mitgliederzahl von derzeit 283 auf 300 zu erhöhen. Man wird engagierte Leute brauchen – nicht zuletzt für das bevorstehende 125-jährige Jubiläum des Zusammenschlusses Bessungen zu Darmstadt, der im Jahr 2013 groß gefeiert wird. Wer also an einer Mitarbeit in der BBL interessiert ist, um deren Ziele und Aktivitäten zu unterstützen, der kann sich gerne bei Siegbert Schreiner unter Telefon 06151 65668 melden oder hier die Beitrittserklärung als pdf-Datei herunterladen. Der Jahresbeitrag kostet 20 Euro.
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