Bürgeraktion Bessungen-Ludwigshöhe

Pressespiegel 2018



„Darmstädter Echo“, 17. September 2018
Kerbe-Festzug in Bessungen
62 Wagen, Fußgruppen und Musik-Ensembles
ziehen am Sonntag durch den Stadtteil.


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Gesunde Möhren statt Süßigkeiten verteilen die Lappings vom Wagen des Bessunger Kerwevereins beim Umzug am Sonntag. Bereits am Samstag fand der Bessunger Merck-Lauf in der Orangerie statt.

(Foto Dirk Zengel)


Darmstadts ältester Stadtteil ist am Sonntagmittag auf den Beinen. Klein und Groß warten auf den Kerbumzug und das tut jeder auf seine Weise: Die Kinder hibbeln von einem Bein aufs andere, sitzen auf dem Bürgersteig und werden von ihren Eltern mit einem Eis vertröstet. Manche haben Tische und Stühle vor ihre Haustüren und Hofeinfahrten gestellt, spielen Musik, essen und trinken. „Das Warten auf den Umzug und die Vorfreude gehören einfach dazu“, findet eine Anwohnerin.

Ein Mann, der mit Getränkenachschub kommt, hat etwas mitbekommen: „Sie machen oben gerade die Bessunger Straße dicht, das heißt, der Zug ist kurz vorm Eck’“. Er zeigt auf die Kurve vor der Orangerie. Das beruhigt einige der Wartenden, war doch kurz zuvor ein Zwei-Mann-Gespann mit Bollerwagen und einem Schild vorbeigezogen, auf dem stand: „Klein aber fein, das war’s. Ende“. Auf den Bürgersteigen wurden schon entsetzte Kinder beruhigt, „die machen nur Spaß“, beschwichtigten die Eltern.

Der Trommelrhythmus lädt zum Mitklatschen ein

Da tönt von fern endlich der erste Trommelschlag, das Murmeln der Besucher wird leiser. Ein Blick zur Kurve bestätigt den erfreuten Ausruf eines kleinen Mädchens: „Es geht los, es geht los“. Einige Kinder rennen mit Tüten und Taschen bepackt die Straße hinunter, dem Festzug entgegen. Und der ist plötzlich einfach da, laut, bunt und fröhlich. Der Spielmänner und -frauen des Musikzugs Darmstadt marschieren im Gleichschritt vorbei, bringen manchen Besucher mit ihrem rhythmischen Trommelspiel zum Mitklatschen. Kerbemudder Aurora DeMeehl winkt in roter Paillettenweste in die Menge. Ein Traktor knattert vorbei, an Bord hat er zahlreiche Kinder des Bessunger Kinderfests, am Boden verteilen BBL-Mitglieder Mohrrüben. Die Crew der Comedy Hall verzaubert mit Kostümen: eine alte Frau mit Brille auf der Nase und eine Ratte wanken vorbei, zwischen ihnen wandelt eine Märchenfigur in schillernd-grünem Kleid mit Langhaarperücke und Sonnenschirm; von einem Oldtimer aus wehen Seifenblasen. Frisch Gezap es gibt es am nächsten Wagen, aus dem die Mitarbeiter des Kikeriki-Theaters einen Becher Bier nach dem anderen reichen.

Doch auch die Kinder kommen nicht zu kurz, glitzernde Bonbons verteilen die Zugteilnehmer der Andreasgemeinde, der Petrusgemeinde, der Pfarrgruppe Liebfrauen oder die Mitglieder des Tennis- und Eisclubs Darmstadt (TEC).

Und der Umzug geht immer weiter: Die Läufer des Bessunger Kindergartens haben Stöcke mit bunten Bändern dabei, die Pfadfinder tragen ihre Rucksäcke auf dem Rücken und die Kerbburschen aus Arheilgen feiern auf ihrem Wagen eine wilde Party – samt Nebelschwaden und dröhnenden Bässen. Die Heimstätte ist mit Kerbvater Ernst Lach gekommen, der von einem Motorrad grüßt, die Drumcorps Marching Devils laufen in rot-schwarzen Kostümen vorbei und spielen eine helle Fanfare. Insgesamt 62 Nummern habe der Festzug in diesem Jahr, teilt Achim Geiger aus dem BBL-Vorstand mit. Von einer Bühne am Freiberger Platz aus begrüßen Charly Landzettel, der Vorsitzende des BBL, und der Altkerbvater Ralf Hellriegel die ankommenden Umzugs-Teilnehmer und stellen sie nacheinander vor.

„Mit unserem Festzug wollen wir den Bürgern zeigen, welche Institutionen es in Bessungen gibt und gleichzeitig die Gemeinscha  zu unseren befreundeten Vereinen fördern“, berichtet Geiger. Die hohe Akzeptanz dieses traditionellen Programmpunktes seitens der Bürger, freue den Verein, „und wir finden es schön, dass so viele Anwohner ihre Häuser und Gartenzäune schmücken“. (Miriam Gartlgruber)

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„Darmstädter Echo“, 14. September 2018
Auftakt zur Bessunger Kerb
Mit der „Kerb vum Feinste!“ und einem Lobgesang auf die Lappings beginnt die Kerb in Bessungen.

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Aurora DeMeehl singt beim Eröffnungsabend das Lappical.

(Foto Dirk Zengel)


Die Lappings feiern „Kerb vom Feinsten“ – dank ihrer großartigen Kerbevaddermudder: Wo die vollbusige Aurora DeMeehl in Erscheinung tritt, springt der Funke über, kommt glamouröse Partystimmung auf. Die Sorgen um das reichhaltige Kirchweih-Programm in Darmstadts ältestem Stadtteil bläst die energiegeladene Dame am Eröffnungsabend im Nu fort: „Wir haben es entzerrt, fangen einen Tag früher an, damit auch jeder bei allem dabei sein kann.“

Jedoch, die Premiere zum Eröffnungsabend der Kerb – das Musical – wurde nicht gezeigt. „Der Lapping, woher er kam, warum er blieb“ – das Musical, auf das alle sehnsüchtig warteten, „ist zwar fertig, kann aber heute noch nicht aufgeführt werden“, gestand Aurora im Lauf des Abends schamrötlich ein.

Auch Landgraf Georg I. findet Erwähnung

Sie brachte es dennoch, und mindestens genauso gut, als szenische Lesung, „als Lappical“: Das gelang ihr als Lobgesang auf die Karnickel, wobei sie historisch wie hysterisch wird, und sogar die Renaissance und Landgraf Georg I. Erwähnung finden. Auf diesen Mann gehe alles zurück, so besingt ihn die Gemeinde zur Freude mit: „Schorchi, schenk mir ein Hasi, ein Hasi wünsche ich mir.“

Die rührigen Mitglieder der Bürgeraktion Bessungen-Ludwigshöhe (BBL) haben wieder ganze Arbeit geleistet. Vor und hinter den Kulissen waren Frauen wie Männer am Schaffen, schmierten eilig Brötchen, schenkten Wein und Bier aus, halfen bei der Garderobe.

Bevor sich die immerredende Aurora „einen Wolf schwätzt“, begann sie einfach zu singen, gab sich als Vamp wie Shirley Bassey und schmetterte mit rollend-tiefer Kehlkopfstimme: „Hey big Spender“. Zuvor richtete ihr Gatte, der Herr Schmidt, sie aber erst mal her, brachte seiner Geliebten die Pumps, trug dafür die alten Treter mit spitzen Fingern von der Bühne, was das Publikum zum Kreischen brachte. Herrn Schmidt hatte sich die Ewigjunggebliebene vor einigen Jahrzehnten aus dem Martinsviertel geangelt, deshalb kann sich er freilich nur ein „Lappwatz“ schimpfen. Flankiert von ihren Adjutanten Nico Röttges (18), der seine Schwester Mindy Donald vertritt, „die pausiert, weil sie ein Lappingbaby unterm Herzen trägt“, und Justin Schmitt (17) fühlte sich Aurora vor Publikum als „Königin von Bessungen“.

Lustig waren auch die Auftritte des Altkerbevadders Charly Landzettel, der sich als Frauenversteher über purzelnde Hormone ausließ und meinte, dass er den übellaunigen Frauen als gute-Laune-Onkel beistehen müsse – jedenfalls hätten Paare ab fünfzig Jahren ihre Last, müssten „über sieben Brücken gehen, sieben dunkle Jahre überstehen“. Als neuer Charakter kam Ralf Hellriegel rüber, der in der beliebten Schmasert-Szene aus dem Datterich mit Bravour den schüchternen Dreher mimte. Brigitte Neumann spielte das nicht auf den Mund gefallene Lisettche und ihr Mann Heinz schlüpfte in den Datterich – kein leichtes Unterfangen bei dieser geschichtsträchtigen Figur. Automatisch sprachen die Kerbegäste die altbekannten Sprüche des ewigen Schnorrers mit.

Mit den Georg-Christoph-Lichtenberg-Schülern aus Ober-Ramstadt zog unter Leitung von Uli Partheil fetzige Jazzmusik ins Haus, fantastisch war auch die Partheil-Komposition „Canasta“. Nach der Dschinghis Khan-Melodie „Moskau Moskau“ dichtete die Kerbevaddermudder gar ein ohrwurmverdächtiges Heiner-Lied: „Darmstadt Darmstadt, wirf den Handkäs’ an die Wand ho ho ho ho ho – hey.“ (Sibylle Maxheimer)

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„Bessunger Neue Nachrichten“, 31. August 2018
Entree Ludwigshöhe im „neuen Kleid“
Mit der „Kerb vum Feinste!“ und einem Lobgesang auf die Lappings beginnt die Kerb in Bessungen.

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SPONSOREN UND VORSTAND sind rundum zufrieden – und alle bisherigen Besucher der Ludwigshöhe zeigten sich ebenfalls begeistert vom Ergebnis. Das neugestaltete Entree kann sich sehen lassen. BBL-Vorsitzender Charly Landzettel (rechts) begrüßte die Sponsorenschar und Vereinsmitglieder am 22. August auf dem Hausberg zu einem kleinen Dankeschön-Empfang.

Das Pflaster ist verlegt, Bergahorn und Hainbuche sind gepflanzt, Fahrradständer wurden montiert, die „Einhausung“ des kleinen Parkplatzes ist abgeschlossen und der Boule-Platz ist eingeweiht.

Es hat sich viel getan auf dem Bessunger Hausberg – und die Vorstandsmitglieder der Bürgeraktion Bessungen-Ludwigshöhe (BBL) konnten am 22. August mit großer Freude und Dankbarkeit das Entree, den Vorplatz zur Ludwigshöhe, seinen vielen Sponsoren präsentieren.

Im Spätherbst des vergangenen Jahres stand die Planung für die Neugestaltung des „Eingangs“ zum mittlerweile stark frequentierten Ausflugsziel im Bessunger Forst.

Die Arbeiten waren im Einklang mit der Stadt Darmstadt sowie den Herren Müller, Kalinka und Schilling vom Forstamt Darmstadt abgestimmt.

Auch die Sponsoren waren ins Boot geholt.

Und gerade die Letztgenannten machten es möglich, dass die umfangreichen Arbeiten durchgeführt werden konnten, denn ohne finanzielle Unterstützung wäre die Neugestaltung des Eingangsbereichs auf der Ludwigshöhe nicht möglich gewesen. Neben den vielen kleinen Spendern bedankten sich die BBLVerantwortlichen besonders bei der Sparkasse Darmstadt, der Entega, der Darmstädter Privatbrauerei, der Fraport AG, der Autovermietung Paschke, bei Smit Automobile, bei Wein Schlamp, bei P.T.M. Grimm Immobilien, der Comedy Hall, der BBBank, Metallguss Eckert und bei der Darmstädter Presse „Bessunger Neue Nachrichten“ und dem „Darmstädter Echo“, die die Arbeiten mit ihrer positiven Berichterstattung begleiteten.

Auf mehreren Plakaten (Bild), die auf der Luhö angebracht sind, sind alle Spender – denen die BBL besonders dankbar ist – namentlich aufgeführt. (Charly Landzettel)

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„Darmstädter Echo“, 24. Juni 2018
Beim Brunnebittfest wird gefeiert und gefeilscht rund ums Bessunger Wahrzeichen

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Der Flohmarkt beim Brunnebittfest zählt zu den schönsten in Darmstadt

(Foto Dirk Zengel)


Bessungen feiert – und die alte Viehtränke aus Buntsandstein am Rande des Bessunger Forstmeisterplatzes ist auch bei der 39. Auflage des allseits beliebten „Brunnebittfestes“ wieder Namensgeber.

Einst haben an dem alten Brunnen die ziehenden Händler ihr Vieh getränkt, erzählt Wolfgang Emmerich aus dem Vorstand des veranstaltenden Vereins Bürgeraktion Bessungen-Ludwigshöhe (BBL). Aber auch wenn dort heute nur noch ein dünner Strahl ins Becken plätschert und ein Schild darauf verweist, dass das Wasser nicht trinkbar sei, ist die „Bitt“ noch immer „das Wahrzeichen und der Mittelpunkt unseres Ortsteils“, wie Emmerich betont.

Die Besucher wissen das zu schätzen, flanieren die Bessunger Straße entlang, stöbern an den Ständen des Flohmarkts, der laut der Veranstalter „schon lange zum Brunnebittfest gehört“ und rasten bei deftigem Schmaus auf den Bierbänken, die unter schattigen Bäumen auf dem Forstmeisterplatz stehen.

„Ein Rundgang über das Fest ist, einmal im Jahr – einfach ein Muss“, sagt hier ein Besucher. Seit Langem schon komme er mit seiner Familie hierher, „weil so ein Volksfest einfach Tradition hat“. Um Essen und Getränke kümmern sich die Bessunger Vereine, der Karnevalverein Bessungen 1905 (KVB), die Fußballer der Turngemeinde, der Ortsverein Bessungen der SPD, der Kiwanis-Club sowie der befreundete Bürger- und Kerbverein der Heimstättensiedlung.

Hauptattraktion aber ist und bleibt der riesige Flohmarkt, dessen 200 Beschicker mit ihren Ständen rechts und links die Bessunger Straße zwischen Heidelberger Straße und Ludwigshöhstraße säumen und auch auf der Ostseite der Eichwiesenstraße und einem Teil der Forstmeisterstraße ihre Stände aufgebaut haben. Am Freitagmittag um 14 Uhr war der Markt gestartet. „Viele der Verkäufer haben ihre Stände über Nacht stehen lassen oder auf Hockern hier geschlafen“, berichtet Emmerich und schmunzelt. „Es war ja recht kalt; in den Vorjahren, wenn es wärmer war, haben das viele gemacht“.

Der Verkauf ist in regem Gange, hier und dort werden Preisverhandlungen geführt, wird Ware kritisch begutachtet, gekauft oder wieder weggestellt. Ein kleiner Junge, der, wie viele andere Kinder, mit seinem aus seiner Sicht verzichtbaren Hab und Gut auf einer Decke an der Kreuzung gegenüber der Brunnebitt sitzt, hat gute Geschäfte gemacht. „Ich habe Spielzeug verkauft, das ich nicht mehr brauche“, berichtet er, und dass er das Geld, das er heute eingenommen hat, behalten darf. „Davon kaufe ich mir Pokémon-Karten oder ein E-Piano“. Eine Frau bleibt stehen: „Was kostet das?“, fragt sie und deutet auf einen großen Plastikbagger. „22 Euro“, antwortet die Mutter des Jungen. Die Preise für die Spielsachen hätten sie gemeinsam veranschlagt, erzählt sie.

Die Kinder bekommen auf dem Brunnebitt-Flohmarkt die Standfläche umsonst, für alle anderen kostet die Standgebühr 20 Euro für zwei Tage, plus 30 Euro Kaution, die es zurückgibt, sofern der Platz sauber verlassen wird, wie Emmerich erklärt. „Die Nachfrage der Verkäufer war wieder sehr hoch“, berichtet er. Der Vorverkauf für die Plätze startet sechs Wochen vorher „und schon um halb fünf Uhr morgens haben die ersten Interessenten angerufen“. Und die Tradition soll weitergehen: im nächsten Jahr das erste Mal seit Langem unter neuer Leitung. (Miriam Gartlgruber)

Fest mit Tradition
Bessungen war bis 1888 eine eigenständige Gemeinde. Der Ruf als ältester Teil Darmstadts geht auf Bessungens Ersterwähnung im Jahr 1002 zurück. Dies gilt aber nur für den Kernbereich Darmstadts, da der im 20. Jahrhundert eingemeindete Vorort Eberstadt bereits früher erwähnt wurde. Tatsächlich gegründet wurde Bessungen wohl im 5. Jahrhundert von den Alemannen.

Vor rund 40 Jahren wurde das Brunnebittfest vom Verein Bürgeraktion Bessungen-Ludwigshöhe ins Leben gerufen.

Im kommenden Jahr gibt es im Organisationsteam einen Generationswechsel. Dennis Olldag und Sabine Aßmuth werden die Organisation für Ralf Hellriegel weiterführen. (gartl)

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