Bürgeraktion Bessungen-Ludwigshöhe

Pressespiegel 2018



„Darmstädter Echo“, 24. Juni 2018
Beim Brunnebittfest wird gefeiert und gefeilscht rund ums Bessunger Wahrzeichen

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Der Flohmarkt beim Brunnebittfest zählt zu den schönsten in Darmstadt

(Foto Dirk Zengel)


Bessungen feiert – und die alte Viehtränke aus Buntsandstein am Rande des Bessunger Forstmeisterplatzes ist auch bei der 39. Auflage des allseits beliebten „Brunnebittfestes“ wieder Namensgeber.

Einst haben an dem alten Brunnen die ziehenden Händler ihr Vieh getränkt, erzählt Wolfgang Emmerich aus dem Vorstand des veranstaltenden Vereins Bürgeraktion Bessungen-Ludwigshöhe (BBL). Aber auch wenn dort heute nur noch ein dünner Strahl ins Becken plätschert und ein Schild darauf verweist, dass das Wasser nicht trinkbar sei, ist die „Bitt“ noch immer „das Wahrzeichen und der Mittelpunkt unseres Ortsteils“, wie Emmerich betont.

Die Besucher wissen das zu schätzen, flanieren die Bessunger Straße entlang, stöbern an den Ständen des Flohmarkts, der laut der Veranstalter „schon lange zum Brunnebittfest gehört“ und rasten bei deftigem Schmaus auf den Bierbänken, die unter schattigen Bäumen auf dem Forstmeisterplatz stehen.

„Ein Rundgang über das Fest ist, einmal im Jahr – einfach ein Muss“, sagt hier ein Besucher. Seit Langem schon komme er mit seiner Familie hierher, „weil so ein Volksfest einfach Tradition hat“. Um Essen und Getränke kümmern sich die Bessunger Vereine, der Karnevalverein Bessungen 1905 (KVB), die Fußballer der Turngemeinde, der Ortsverein Bessungen der SPD, der Kiwanis-Club sowie der befreundete Bürger- und Kerbverein der Heimstättensiedlung.

Hauptattraktion aber ist und bleibt der riesige Flohmarkt, dessen 200 Beschicker mit ihren Ständen rechts und links die Bessunger Straße zwischen Heidelberger Straße und Ludwigshöhstraße säumen und auch auf der Ostseite der Eichwiesenstraße und einem Teil der Forstmeisterstraße ihre Stände aufgebaut haben. Am Freitagmittag um 14 Uhr war der Markt gestartet. „Viele der Verkäufer haben ihre Stände über Nacht stehen lassen oder auf Hockern hier geschlafen“, berichtet Emmerich und schmunzelt. „Es war ja recht kalt; in den Vorjahren, wenn es wärmer war, haben das viele gemacht“.

Der Verkauf ist in regem Gange, hier und dort werden Preisverhandlungen geführt, wird Ware kritisch begutachtet, gekauft oder wieder weggestellt. Ein kleiner Junge, der, wie viele andere Kinder, mit seinem aus seiner Sicht verzichtbaren Hab und Gut auf einer Decke an der Kreuzung gegenüber der Brunnebitt sitzt, hat gute Geschäfte gemacht. „Ich habe Spielzeug verkauft, das ich nicht mehr brauche“, berichtet er, und dass er das Geld, das er heute eingenommen hat, behalten darf. „Davon kaufe ich mir Pokémon-Karten oder ein E-Piano“. Eine Frau bleibt stehen: „Was kostet das?“, fragt sie und deutet auf einen großen Plastikbagger. „22 Euro“, antwortet die Mutter des Jungen. Die Preise für die Spielsachen hätten sie gemeinsam veranschlagt, erzählt sie.

Die Kinder bekommen auf dem Brunnebitt-Flohmarkt die Standfläche umsonst, für alle anderen kostet die Standgebühr 20 Euro für zwei Tage, plus 30 Euro Kaution, die es zurückgibt, sofern der Platz sauber verlassen wird, wie Emmerich erklärt. „Die Nachfrage der Verkäufer war wieder sehr hoch“, berichtet er. Der Vorverkauf für die Plätze startet sechs Wochen vorher „und schon um halb fünf Uhr morgens haben die ersten Interessenten angerufen“. Und die Tradition soll weitergehen: im nächsten Jahr das erste Mal seit Langem unter neuer Leitung. (Miriam Gartlgruber)

Fest mit Tradition
Bessungen war bis 1888 eine eigenständige Gemeinde. Der Ruf als ältester Teil Darmstadts geht auf Bessungens Ersterwähnung im Jahr 1002 zurück. Dies gilt aber nur für den Kernbereich Darmstadts, da der im 20. Jahrhundert eingemeindete Vorort Eberstadt bereits früher erwähnt wurde. Tatsächlich gegründet wurde Bessungen wohl im 5. Jahrhundert von den Alemannen.

Vor rund 40 Jahren wurde das Brunnebittfest vom Verein Bürgeraktion Bessungen-Ludwigshöhe ins Leben gerufen.

Im kommenden Jahr gibt es im Organisationsteam einen Generationswechsel. Dennis Olldag und Sabine Aßmuth werden die Organisation für Ralf Hellriegel weiterführen. (gartl)

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